Der arme Esel wurde von seinen früheren Besitzern als überflüssig angesehen und in die Salzach geworfen. In Puch wurde er angeschwemmt, geborgen und so lange beim Kollerbauern im Stall versteckt, bis er auch bei Prozessionen wieder mitgetragen werden durfte.
Heute ist Puch neben Thaur in Tirol die einzige Gemeinde, in der diese Tradition aufrecht ist.
In einigen anderen Orten wurde versucht, sie wiederzubeleben. Während in der Entstehungszeit der Palmesel am Palmsonntag auf Rädern mitgezogen wurde, tragen heute vier Burschen der Trachtengruppe “Puachstoana“ Jesus Christus auf dem Palmesel durch den Ort.
Der in Puch heute noch vorhandene Palmesel (Christusfigur 77 cm, Eselshöhe 98 cm und Esellänge 138 cm) stammt aus dem 17. Jahrhundert. Er gehörte ursprünglich zur Stadtpfarrkirche Hallein und wurde, um ihn der Vernichtung zu entziehen, von Gläubigen heimlich nach Puch gebracht und dort im Heustadel des Kollerbauern versteckt.
Bürgermeister Simon Hetz behauptete bis zuletzt, dass der Palmesel seinerzeit von der Salzach bei Puch „angeschwemmt" wurde. Erst als sich die brauchtumsfeindliche Einstellung der Landesherren gelegt hatte, getraute man sich mit dem Pucher Palmesel wieder auf die Straße.
Noch bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges hinein wurde der Palmesel am Samstag vor dem Palmsonntag von der Ortsbevölkerung beim Kollerbauern abgeholt und in feierlicher Prozession in die Pfarrkirche getragen, wo er im Mittelgang aufgestellt wurde.
Erst nach dem Krieg erhielt der volkskundlich wie kunstgeschichtlich interessante
Palmesel einen bleibenden Standplatz in der Kirche, wo er das ganze Jahr hindurch zu sehen ist. Die ganze Info zum Downloaden.